/Parodontitis – 2. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Parodontitis – 2. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Unser zweiter Artikel der zwölfteiligen Informationsreihe für die Gesundheit Ihrer Zähne.

Feste Zähne eine Leben lang!

Wer möchte nicht ein Leben lang seine eigenen gesunden Zähne im Mund behalten. Doch wieso wird das Fundament der Zähne immer wieder so stark geschädigt, dass Zähne verloren gehen?

Das Fundament der Zähne nennt sich Parodontium. Das Parodontium ist der Halteapparat Ihrer Zähne. Es umfasst sowohl die weichen (Zahnfleisch) als auch die harten Halte-Strukturen (Knochen). Nur wer feste Zähne hat, kann unbekümmert beißen, sprechen und lachen.

Dies ist der Grund, wieso dem Zahnhalteapparat spezielle Aufmerksamkeit und Pflege gewidmet werden sollte. Leider wird dieser Bereich in Ihrem Mund oft vergessen.

Auffällige Schäden, die mit Schmerzen einhergehen, werden hingegen meist zügig mit Füllungen oder schönen weißen Kronen behandelt.

Werden die regelmäßige professionelle Mundhygiene und die detaillierte Zahnfleischkontrolle nicht durchgeführt, kann ganz unbemerkt eine Entzündung des Zahnhalteapparates entstehen – die Parodontitis.

 

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis, früher oft als Parodontose bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Eine bakterielle Entzündung schädigt die Haltestrukturen. Dadurch kann die Festigkeit der Zähne gefährdet werden. Wird die Parodontitis zu spät erkannt, droht vorzeitiger Zahnverlust. Ca. 80% der Menschen über 35 Jahren sind von Zahnfleischerkrankungen betroffen, meist ohne es zu wissen, da die Parodontitis anfänglich keine Schmerzen verursacht.

Um einen drohenden Zahnverlust zu verhindern, sollte die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden!

 

Welche Ursachen hat die Parodontitis?

Der Auslöser für die Parodontitis sind bakteriell besiedelte Zahnbeläge (Plaque). Die von den Bakterien ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte reizen das Zahnfleisch, es schwillt an und die dauerhafte Reizung führt zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Durch die Entzündung bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen. Die Entzündung dringt weiter in die Tiefe vor und greift dort den Knochen an.

Eine Zahnfleischentzündung entsteht häufig durch mangelnde Mundhygiene. Rauchen verstärkt das Risiko einer Erkrankung.

Auch allgemeine Erkrankungen wie Immunschwäche, Diabetes mellitus und Stress können die Entstehung einer Parodontitis begünstigen.

Deshalb macht es bei der Diagnose Parodontitis immer Sinn auch Ihren Internisten in die Behandlungsplanung mit einzubeziehen.

 

Woran erkennen Sie eine Parodontitis?

Das Tückische an der Parodontitis ist, dass sie meist schleichend beginnt und von Betroffenen lange Zeit nicht bemerkt wird.

Wer die ersten Hinweise richtig deutet, kann frühzeitig Hilfe bei seinem Zahnarzt finden.

Parodontitis Symptome:

  • Zahnfleischbluten
  • Zahnfleischrückgang
  • Sensibilitäten (Hitze und Kälte)
  • Zahnlockerung (Fortgeschrittenes Stadium)
  • Zahnverlust
  • Mundgeruch

In den meisten Fällen beginnt die Parodontitis im Erwachsenenalter und schreitet langsam voran. Es gibt aber auch Formen mit aggressiveren Erregern, die schon im Kindesalter beginnen.

 

Kann ich mich schützen? – Diagnose und Behandlung

Eine Parodontal-Therapie umfasst die exakte Analyse Ihrer Mundgesundheit. Ihr Zahnarzt und sein Prophylaxe-Team können durch die genaue Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches erkennen, ob eine Parodontitis vorliegt. Dabei werden verschiedene Hygiene- und Entzündung-Index-Werte aufgenommen. Darüber hinaus werden die Zahnfleischtaschen-Tiefen an allen Zähnen genau vermessen. Auf diese Weise erkennt der Spezialist, wie weit die Parodontitis fortgeschritten ist. Eine Röntgenaufnahme zeigt, ob bereits knöcherne Veränderungen vorliegen.

Bei sehr aggressiven Formen kann eine Keimanalyse mit entsprechender Antibiotikum-Gabe hilfreich sein.

An mehreren Terminen werden dann mit speziellen Instrumenten Beläge und Zahnstein entfernt und die Zahnfleischtaschen gereinigt. Der Abbau von Zahnfleisch und Knochen wird gestoppt, so dass Ihre Zähne wieder zu Höchstleistungen bereit sind.

Lassen Sie sich ein individuelles Therapiekonzept entwickeln und schützen Sie das Beste – Ihre Zähne!

 

Ihr Zahnstation Team hilft gerne!

27. Januar 2018|Allgemein|