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Schwangerschaft – 3. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Viel Spaß beim Lesen …..

 

Warum sollten Frauen mit Kinderwunsch ihre Zähne untersuchen lassen?

Zähne und Schwangerschaft – das hat mehr miteinander zu tun, als viele Frauen meinen. Leidet eine werdende Mutter unter einer schweren Zahnfleisch-Entzündung (Parodontitis), stellt dies ein Risiko für das Kind dar.

Die meisten Frauen mit Kinderwunsch informieren sich umfassend, wie sie ihre Schwangerschaft und den positiven Verlauf fördern können: Sie ernähren sich gesund, halten sich fit und versuchen, Stress abzubauen. Was bei der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft allerdings zu wenig Beachtung findet, ist die Zahngesundheit. Seit den 1990er-Jahren wissen wir, dass schwere Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnbettes eine Schwangerschaft verhindern oder das Baby im Mutterleib gefährden können. Bei Kinderwunsch sollte frühzeitig das Gespräch mit dem Zahnarzt gesucht werden.

Der ideale Zeitpunkt für alle hilfreichen Maßnahmen liegt also im Vorfeld vor einer geplanten Schwangerschaft. Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher nicht nur ihren Gynäkologen aufsuchen, sondern auch ihren Zahnarzt um Abklärung ihrer parodontalen Gesundheit bitten.

 

Erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten

Wissenschaftlich belegt ist, dass eine von Bakterien hervorgerufene Parodontitis zu Schwangerschaftskomplikationen führen kann. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, erhöht sich das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt um das 7,5-fache. Die Bakterien und Entzündungsbotenstoffe, die sich im Mundraum befinden, werden über die Blutbahn in die Gebärmutter gespült, wo sie den Fötus schädigen können. Generell besteht zwischen der Mundgesundheit und der Gesundheit des gesamten Körpers eine enge Wechselwirkung. So kann eine Parodontitis auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma begünstigen. Umgekehrt können aber auch bestehende Allgemeinerkrankungen die Entstehung einer Parodontitis fördern.

 

Kostet jedes Kind einen Zahn?

Grundsätzlich sind Schwangere anfällig für die Entstehung bakterieller Entzündungen im Mundraum.

Durch die hormonelle Umstellung kommt es zu einer Auflockerung und stärkeren Durchblutung des Zahnfleisches. Für Bakterien wird es damit leichter, in das Zahnfleisch einzudringen. Bleibt die Parodontitis unbehandelt, kann sie vom Zahnfleisch auf das Zahnbett übergreifen. Hierdurch können die Zähne ihren Halt verlieren und fallen unter Umständen sogar aus. Besteht bereits vor Eintreten der Schwangerschaft eine Parodontitis, kann sich diese während der Schwangerschaft verstärken. Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie meist keine Schmerzen verursacht und daher oft erst sehr spät entdeckt wird.

 

Intensive Mundpflege hilft!

Neben der häuslichen Zahnpflege ist die professionelle Zahnreinigung das wichtigste Hilfsmittel, um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken. Auch zu Hause sollte man die Zahnpflege den veränderten Bedingungen anpassen: Es ist sinnvoll, eine Zahnbürste mit weichen Borsten zu verwenden, um das geschwollene Zahnfleisch sanft reinigen zu können. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Pflege der Zahnzwischenräume zu legen. Hier eignen sich Zahnseide oder spezielle Zahn-Zwischenraum-Bürstchen. In seltenen Fällen können geschwulstartige Zahnfleischwucherungen auftreten, die bei Berührung oft schmerzhaft sind. Diese sollten dann chirurgisch entfernt werden.

 

Zähne möglichst vor Beginn der Schwangerschaft schützen

Wir empfehlen Frauen mit Kinderwunsch, ihre Zähne bereits vor Beginn der Schwangerschaft untersuchen und die Zahngesundheit sicherstellen zu lassen. Dieser Zeitpunkt ist auch deshalb günstig, weil manche Betäubungsmittel oder Medikamente während einer Schwangerschaft nur sehr eingeschränkt oder gar nicht verabreicht werden dürfen. Schwangere Frauen sollten mindestens zweimal im Verlauf der Schwangerschaft ihre Zähne kontrollieren und reinigen lassen. In jedem Fall kann eine Parodontitis heute sanft und schmerzfrei therapiert werden.

 

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10. Februar 2018|Allgemein|