/Tinnitus – 20. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Tinnitus – 20. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Etwa 10 Prozent aller Deutschen kennen Ohrgeräusche. 1,5 Millionen von den Betroffenen haben nicht die Möglichkeit diese Ohrgeräusche auszublenden. Wenn die Ohrgeräusche ein ständiger Begleiter geworden sind, spricht der Mediziner von einem Chronischen Tinnitus. Der chronische Tinnitus ist keine Krankheit im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein Symptom, welches von verschiedenen Ursachen ausgelöst werden kann.

Neben den typischen Ursachen wie Schleuder- und Lärmtrauma können auch Störungen des Kausystems verantwortlich für einen Tinnitus sein.

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) steht in engem Zusammenhang mit der Entstehung eines Tinnitus.

Männer sind häufiger als Frauen von diesem Symptom betroffen.

 

Anatomie: Kausystem und das Hörorgan

Zwischen dem Ohr und dem Kiefergelenk besteht eine enge anatomische Nachbarschaft.

Zwischen dem Mittelohrkomplex, dem Gehörgang und dem Kiefergelenk verlaufen muskuläre und neurale Verbindungsstrukturen. Weitere Verbindungen finden sich auch zwischen dem Kiefergelenk und der Halswirbelsäule. Auch hier sorgen Bänder, Nerven und Muskeln für eine Verbindung.

Diese anatomischen Vernetzungen sind der Grund für krankheitsbedingte Kettenreaktionen. So kann beispielsweise eine gestörte Bisslage über die Beeinflussung des Kiefergelenks Auswirkungen auf die Strukturen des Ohrs haben. Ein Tinnitus kann verursacht oder verstärkt werden.

Der Tinnitus wird zu den möglichen Symptomen einer CMD gezählt.

 

Therapie

Der Tinnitus ist eine multifaktorielle Erkrankung. Es gilt detailliert zu klären, welche interdisziplinären Einflussfaktoren für die Entstehung verantwortlich sind. Der erste Besuch sollte grundsätzlich dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) gelten. Hier muss zuerst abgeklärt werden, ob eine strukturelle Erkrankung oder Schädigung des Ohrs vorliegt.

Weitere Untersuchungen können dann beim Neurologen, Psychologen, Orthopäden und auch beim Zahnarzt durchgeführt werden.

Der Zahnarzt kann mittels Funktionsanalyse überprüfen, ob Fehlfunktionen vorliegen, die für Ohrengeräusche verantwortlich sein können.

Im Rahmen der zahnärztlichen Therapie spielen die Bisslagen-Korrektur / – anhebung und die Knirsch-Therapie (Stress-Bruxismus) eine wesentliche Rolle, um die Kiefergelenke und damit das Ohr zu entlasten. Die Bisslage kann mittels spezieller Bissschienen modifiziert werden.

Wird durch die Schiene eine Linderung des Tinnitus erreicht, kann die Anpassung der Zähne und der Bisslage geplant werden.

 

Erfolgswahrscheinlichkeit

Ein Tinnitus kann – je früher die Diagnose gestellt wurde – geheilt werden. Die ersten 6 Wochen nach Auftreten des Tinnitus sind entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.

Nach diesem Zeitfenster nimmt die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Regeneration und einer Linderung stark ab.

Nutzen Sie alle Therapie-Möglichkeiten – Suchen Sie schnell Ihren Spezialisten auf!

 

Ihr Zahnstation Team hilft gerne!

3. November 2018|Allgemein|