/Zahnersatz – 22. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Zahnersatz – 22. Teil unserer Fachartikelreihe im Solinger Tageblatt

Zahnersatz – die schönen Klassiker

Nach einem Zahnverlust stellt sich die Frage, welche Form des Zahnersatzes ist die Richtige?!

Neben dem Zahnimplantat gibt es immer noch die klassischen Versorgungsformen wie Brücke oder Prothese – und das zu Recht! Pauschal lässt sich die Frage nach der richtigen Zahnersatz-Lösung nicht so einfach beantworten. Wir wollen heute die Möglichkeiten vorstellen.

Beim klassischen Zahnersatz dienen die verbliebenen Zähne als Anker für die zahntechnisch hergestellten Ersatzzähne. Zu ihnen zählen die Brücke und die Prothese als herausnehmbarer Zahnersatz. Bei völliger Zahnlosigkeit bietet sich als Alternative die Totalprothese an. Definitionsgemäß werden auch Kronen zum Zahnersatz gezählt. Allerdings ersetzen Kronen keinen Zahn, sondern stabilisieren ihn. Damit dienen sie der Erhaltung der vorhandenen Zähne.

 

Brücke

Sie haben eine Lücke, die von Zähnen begrenzt ist? Wenn die Zähne stabil und erhaltungswürdig sind, können sie als Ankerzähne für eine Brücke dienen. Die Brücke ist eine festsitzende Rekonstruktion. Dafür werden die Ankerzähne im ersten Schritt beschliffen. Von den präparierten Zähnen wird dann eine Abformung genommen. Unsere Zahntechniker bauen im nächsten Schritt nach genauen Vorgaben Ihren Zahnersatz. Farbe und Form werden perfekt an Ihre individuelle Situation angepasst. Als Material dient heute vor allem Keramik. Die die Lücke begrenzenden Zähne werden dann mit Kronen versorgt, welche durch ein Brückenglied miteinander verbunden sind.

Wenn die Lücke jedoch zu groß ist, wird ein herausnehmbarer Zahnersatz bevorzugt, um die weit auseinanderliegenden Zahnpfeiler nicht zu überbelasten.

Vorteile

  • Fester Halt
  • Keine OP (Implantat)
  • Sehr gute Ästhetik und Funktion
  • Schnelle Umsetzung

Nachteile

  • Abschleifen der Zähne
  • Evtl. Knochenabbau unter dem Brückenglied

 

Klammerprothese

Die Klammerprothese ist die einfachste Möglichkeit, fehlende Zähne zu ersetzen. Dazu werden Kunststoffzähne in eine Prothese gebaut, die mittels gebogenen Drahtklammern oder Gussklammern (Stahl) an der Restbezahnung Halt findet.
Da die Herstellung sehr unkompliziert ist, wird diese Prothesenform oft für Sofort-Prothesen (nach Extraktion) oder Zwischenlösungen verwendet (bei Implantatbehandlung).

Vorteile

  • Einfache Herstellung
  • Niedrige Gesamtkosten
  • Zähne müssen nicht beschliffen werden
  • Bei Zahnverlust kann sie erweitert werden

Nachteile

  • Lockerer Halt
  • Verminderte Kaufähigkeit
  • Eingeschränkte Ästhetik durch sichtbare Klammern
  • Restzähne werden stark belastet

 

Teleskopprothese

Die Teleskopprothese wird auch Doppelkronenprothese genannt. Sie erzielt ihren guten Halt durch die Reibungshaftung von ineinander laufenden Innen- und Außenkronen. Im Mund sieht man fest zementierte Kronen auf den Zähnen. Diese haben keine typische Zahnform. Die Ästhetik entsteht durch die Prothese mit ihren Außenkronen. Die Innenkronen werden im Allgemeinen aus Gold hergestellt. Die Prothesenzähne sind komplett in Zahnfarbe (Kunststoff/Keramik).

Vorteile

  • Guter Halt
  • Mit Implantaten kombinierbar
  • Gute Belastung der Restbezahnung

Nachteile

  • Abschleifen der Zähne
  • Höhere Kosten

 

Vollprothese

Die Vollprothese dient dem Ersatz zahnloser Kiefer. Sie besteht komplett aus Kunststoff. Dabei bedeckt die Basis im Oberkiefer den gesamten Gaumen. Im Unterkiefer ist die Auflagefläche sehr viel kleiner. Der Flüssigkeitsfilm zwischen Prothese und Kiefer sorgt für einen Saugeffekt. Allerdings hängt der Prothesenhalt sowohl von der Kiefernform als auch von der Konsistenz des Speichels ab.

Vorteile

  • Niedrige Kosten
  • Mit Implantaten kombinierbar
  • Gute Ästhetik und Pflege

Nachteile

  • Druckstellen
  • Ungenügender Halt

 

Was übernimmt die Krankenkasse / Versicherung?

Die Versorgung mit Zahnersatz gehört bei den privaten und gesetzlichen Versicherungen zu den klassischen Erstattungsleistungen. Sie werden entweder prozentual (privat) oder mit Festzuschuss (gesetzlich) erstattet.

Bitte reichen Sie deshalb unseren Kostenvoranschlag für Ihre Therapie immer vor der Behandlung bei Ihrer Versicherung ein. Nur so wissen Sie, wie hoch Ihr exakter Eigenanteil ist.

 

Fazit

Sowohl Brücken als auch Prothesen bieten in vielen Fällen eine gute Alternative zu Implantaten. Die Entscheidung für den klassischen Zahnersatz ergibt sich einerseits aus individuellen Besonderheiten des Zahnstatus und andererseits aus finanziellen Möglichkeiten. Beim herausnehmbaren Zahnersatz bieten die Teleskopprothesen die beste Lösung.

 

Wir beraten Sie gerne – Ihre Zahnstation

1. Dezember 2018|Allgemein|